Vita.

Doris Zoller (*1969) ist Expertin für die Erdgeschosszone im verdichteten Wohnungsbau. Sie ist Architektin und Stadtplanerin und arbeitet seit 2016 bei der GEWOFAG Projektgesellschaft mbH in München. 2016 publiziert sie ihre Dissertation unter dem Titel „Schnittstelle Erdgeschoss – Wechselwirkungen zwischen Öffentlich und Privat, die sie 2015 an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München abschließt.
Von 2010-2014 leitet sie im Auftrag der Wüstenrot Stiftung ein Forschungsprojekt über die Erdgeschosszone im verdichteten europäischen Wohnungsbau und richtet hierbei 2011 die internationale Konferenz »Ground Floor Interface« in Kooperation mit der TU München aus. 2014 publiziert sie im Namen der Wüstenrot Stiftung (Hg.) das Forschungsprojekt unter dem Titel »Herausforderung Erdgeschoss – Ground Floor Interface« bei Jovis in Berlin.

Sie war von 2003-2016 Partnerin bei ZODA Architects mit Büros in München und London. Von 2003-2010 hat sie als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung an der TU München gelehrt. Durch das Masterstudium am Berlage Institute in Rotterdam hat sie sich in der Strategischen Planung im städtebaulichen Maßstab spezialisiert. Das Architekturstudium hat sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und der Escola Tècnica Superior d'Arquitectura de Barcelona absolviert.

Schnittstelle Erdgeschoss.

Dr. Doris Zoller, Architektin und Stadtplanerin, zeigt über eine rein architektonische Betrachtungsweise hinaus die enorme soziokulturelle Bedeutung der Erdgeschosszone im verdichteten Wohnungsbau auf. Diese herausragende Rolle begründet sich zunächst aus ihrer Position: Sie wird auf Augenhöhe wahrgenommen. Sie ist Gebäudesockel und Interaktionsraum zugleich. Hier treffen Architektur und Stadtleben, Individuum und Gemeinschaft, Privatheit und Öffentlichkeit aufeinander und formen sich aus einem Gemenge von architektonischen, sozialen und ökonomischen Schwellen und Übergangsräumen zu Räumen des Dazwischen aus. Die Autorin zeigt auf, dass diese Transfer- und Übergangszonen in enger Wechselwirkung zwischen der Typologie von Wohngebäuden und dem Charakter der angrenzenden öffentlichen Räume stehen. Die Erdgeschosszone ist also weit mehr als eine Reihung funktional notwendiger Räume, sie birgt Bereiche der Nutzbarkeit und Aneignung für die Stadtbewohner und trägt somit wesentlich zur Identität eines Quartiers und damit letztlich der gesamten Stadt bei.

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